Haftungsbeschränkungen Präsent zwischen Ulm, Bodensee und den Alpen, im süddeutschen Raum, Vorarlberg und der Schweiz. Haftung Immer locker bleiben - der Zufall hilft bei Kreativität und Innovationen (twa) - „Die größten Einfälle kommen oft, wenn wir nicht danach suchen“, sagt Peter Seeberger, international renommierter Chemiker vom Max- Planck-Institut in Potsdam, in der Financial Times Deutschland (FTD) vom 12. Juni 2012. Es seien Innovationen, hinter denen kein Entwicklungsauftrag stecke, kein Zeit- oder Budgetlimit als Schere im Forscherkopf wirke. Wo ausprobiert werde, die Grundlagen des Daseins erkundet würden. Gerade in solchen Entdeckungen stecke enormes wirtschaftliches Potenzial. Die Arbeitspsychologie weiß, dass Innovationen eher dann am Arbeitsplatz zu erwarten sind, je weniger Stressoren auftreten. Andererseits gibt es Modelle, nach denen innovative Handlungen gerade dann zu erwarten sind, wenn eine zukünftige, angenehmere Situation antizipiert wird – zum Beispiel weniger Stress. Scheinbar widersprüchliche Befunde – doch aus der Hirnforschung ist bekannt, dass es Menschen besonders schwer fällt, unter Stress kreativ zu sein. Ist das der Grund dafür, dass bei vielen Erfindungen der Zufall Pate stand? Die FTD zählt eine solche Erfolgsgeschichte auf: „Beim Chemiekonzern Dupont sollte der junge Chemiker Roy Plunkett 1938 ein neues Kältemittel herstellen. Doch eines seiner Experimente schlug fehl. Die Gasflasche mit Chlor verstopfte mit einer unbekannten weißen Substanz: Polytetrafluorethylen. Weil sie nicht kühlte, verschwand die Entdeckung im Archiv. Erst 1943 entsann man sich der weißen Masse, als für den Bau der Atombombe ein extrem widerstandsfähiges Material gefragt war.“ Ein klassischer Fall von letztendlich gelungenem Wissensmanagement, würden Organisationsentwickler heute sagen. Und darauf hinweisen, dass es unter anderem organisationale Merkmale sind, die positiv auf die Entwicklung von Innovationen wirken. Der Psychologe Fariborz Damanpour fasste sie im September 1991 folgendermaßen zusammen: Ein breites Spektrum an fachlich geschultem Personal, ausreichend vorhandene Ressourcen, ein Management, das offen gegenüber Veränderungen ist und diese unterstützt, sowie informelle Kommunikation, am besten auch über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinweg. Eine Konstellation, die auch eine weitere Zufallsentdeckung unterstützt haben dürfte: Teflon, ein Kunststoff, der laut FTD entgegen der Legende nicht gezielt für den Weltraum entwickelt worden sei: „Die erste Teflonpfanne kauften Franzosen schon 1954, drei Jahre bevor Sputnik 1 ins All startete. Heute ist Teflon allgegenwärtig. Bis 2017 soll die weltweite Produktionsmenge auf 240 000 Tonnen steigen“, schreibt das Blatt. Wie Innovationen in Unternehmen gefördert werden können, hat auch weitere Arbeitspsychologen interessiert. Ihre Ergebnisse: Wissensheterogene Gruppen wirken als Innovationsturbo, ebenso wie der zielgerichtete Einsatz von Techniken des Human-Ressource-Managements. Dazu zählen Kreativitätstrainings, leistungsorientierter Entlohnungssysteme sowie zielgerichteter Personal-Einführungsprozesse. Sogar Konflikte können sich in Arbeitsgruppen förderlich auf Innovationen auswirken – solange sie aufgabenbezogen sind und vor dem Hintergrund komplexer und ungewohnter Aufgaben ausgetragen werden. Hinderlich ist aus Sicht der Arbeitspsychologie dagegen eine Zentralisierung von Entscheidungsmacht. Auch die Hightech-Textile „Gore-Tex“ ist das Produkt eines Zufalls, wie die FTD schreibt: „Als Bob Gore, Erfinder von Gore-Tex, 1969 in einem Wutanfall an einem Stab aus Teflon riss, wurde dieser immer länger...Zu einer hauchdünnen Membran ausgedehnt, lässt es Wasserdampf passieren, aber Wasser abperlen… Gerade diesen Membranen sagen Analysten heute eine große Zukunft in Batterien und Brennstoffzellen voraus“. Auf die Organisationsentwicklung übertragen heißt das: Selbst wenn auch kreativen Köpfen in der Hitze des Gefechts nur heißer Dampf zu entweichen scheint, ist es Aufgabe guter Führung, ihn nicht wie Wassertropfen an zu dichten organisationalen Strukturen abperlen zu lassen, sondern durch die Membranen des Wissensmanagements zu neuen, innovativen Ideen werden zu lassen . DiP! Direct Personal Business Coaching ,,Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge...”                 Kurt Marti